Hilfe: Ich kann mir keinen Azubi leisten!

Nachricht Hannover, 25. Juli 2019

Wie kann ich als kleiner Betrieb mir eine*n Auszubildende*n leisten? Bzw. wie finanziere ich mir meine Ausbildung? Das ist eine Frage, die alle Azubis und Arbeitgeber*innen beschäftigt – egal ob mit oder ohne Fluchtgeschichte.
Tatsache ist: Die Ausbildungsvergütung ist aus unterschiedlichen Gründen häufig so gering, dass Azubis von ihr nicht leben können.

Das heißt, die Wachstumsbedingungen der PonteAzubis sind aktuell leider nicht auf dem Niveau der #PonteAzubi-Seedballs von Bernhard Biber.

In Deutschland kann man deshalb Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Das macht man bei der Agentur für Arbeit. Der Antrag ist sehr umfangreich und zeitintensiv auszufüllen. Wenn man alle Formulare ausgefüllt hat, reicht das BAB oft nicht zum Leben aus.

In der Beratung bei PonteAzubis gab es jetzt schon öfter den Fall, dass die/der Hilfesuchende unter 600 Euro pro Monat verdient und nur ca. 100 Euro BAB bekommt. Die Miete beläuft sich bei den meisten auf mindestens 400 Euro/Monat.

Da bleiben dann im besten Fall 300 Euro für Essen, Kleidung, Fahrkarte, Bildungsangebote, etc. übrig. Der ALGII-Regelsatz ist bei einer alleinstehenden Person 426Euro plus die Kosten der Unterkunft. D.h. bei einer Miete von 400 Euro wären das insgesamt faktisch 826 Euro im Monat. Das gilt als Existenzminimum.

Welche Abhilfe kann man da schaffen?


Wohngeld wurde uns vom Jobcenter empfohlen. Jedoch: Wohngeld und BAB-Bezug schließen sich gegenseitig aus. Die einzige Möglichkeit ist in dem Fall aufstockende Leistungen beim Jobcenter zu beantragen.  Also ein Berg an Bürokratie zusätzlich zum Ausbildungsbeginn. PonteAzubis unterstützt die Azubis, ihn zu bewältigen.

Wir fordern: Eine Bündelung aller Fördermaßnahmen für die Ausbildung, sodass ein die/der Auszubildende aus einem Topf genug Geld bekommt, um sich die Ausbildung leisten zu können und eine menschenwürdige Existenz mit fördernden Wachstumsbedingungen zu haben.