Azubi gleich Azubi - egal woher

Nachricht Hannover, 24. Januar 2019

Endlich können sich auch Azubis, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, ihre Ausbildung leisten. Der Niedersächsische Erlass vom 14.1.2019 ist ein Schritt in die richtige Richtung.

In vielen Ausbildungsberufen ist die Ausbildungsvergütung sehr gering und reicht nicht zum Leben aus. Deshalb gibt es für Menschen mit deutschem, europäischen Pass und einer Aufenthaltserlaubnis staatliche Zuschüsse u.a. in Form von Bafög, BAB, abH und assistierter Ausbildung.

Diese Art finanzieller Unterstützung war Menschen im Asylverfahren ohne ‚gute Bleibeperspektive‘ bisher verwehrt. Es gab eine sogenannte ‚Förderlücke‘. Sie war mit ein Grund für Ausbildungsabbrüche, die den Azubis, dem Staat und den Unternehmen finanziell geschadet haben.

Nach langer Lobbyarbeit - zusammen mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und anderen Arbeitsmarktprojekten - freut sich das PonteAzubis-Team, dass die niedersächsische Landesregierung diese Förderlücke für geflüchtete Azubis im Asylverfahren nun schließt. Jetzt sollen ergänzend aufstockende Leistungen nach dem SGB II gezahlt werden, wenn die Ausbildungsvergütung und das BAB das Existenzminimum nicht sichern*.

Ein Schritt in die richtige Richtung, damit Ausbildungen erfolgreich verlaufen, finden wir von PonteAzubis. Zusätzlich plädieren wir aber für eine generelle sozialrechtliche Gleichstellung von geflüchteten Azubis unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

 

* Es muss jedoch in jedem Fall zuvor BAföG oder BAB beantragt werden, da dies vorrangige Leistungen sind.