"Wer in die Welt liefert, muss sie kennen" - PonteAzubis bei dem dreijährigen Geburtstag von “Niedersachsen packt an”

Nachricht Hannover, 08. November 2018

PonteAzubis ist bei der dritten Integrationskonferenz vom Bündnis “Niedersachsen packt an” am 6.11. im Convention Center der Messe Hannover dabei. Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. Dr. Volker Müller, spricht dem Publikum und uns mit seinem Beitrag in der Podiumsdiskussion aus dem Herzen:

„Wer in die Welt liefern will, muss die Welt kennen“

Er unterstreicht damit, dass die Beschäftigung von Menschen mit Fluchtgeschichte Unternehmen große Chancen bietet. Außerdem appelliert er im Namen vieler niedersächsischer Unternehmen an die Ausländerbehörden, bestehendes Recht so anzuwenden, dass dem Fachkräftemangel tatsächlich entgegengewirkt wird. Das heißt vor allem: Ermessensspielräume z.B. bei der Vergabe von Ermessensduldungen, der Ausbildungsduldung und der Arbeitserlaubnis bei Menschen im Asylverfahren zu nutzen. Ansonsten sei die Integrationsarbeit, die Unternehmen und Geflüchtete bereits geleistet haben, umsonst.

In weiteren Beiträgen zur Podiumsdiskussion wird deutlich, dass Integration klappt, aber auch Zeit braucht - mindestens fünf Jahre meinen der DGB-Vorsitzende von Niedersachsen, Mehrdad Payandeh, und Bärbel Höltzen-Schoh von der Agentur für Arbeit Niedersachsen-Bremen. Menschen wegzuschicken, wenn sie es einmal geschafft haben, Deutsch zu lernen, eine Ausbildung absolviert haben und/oder einen Arbeitsplatz haben, mache volkswirtschaftlich einfach keinen Sinn.

Einer unser PonteAzubis-Paten, Ghalib Rhababah, hat während der Diskussion in seinem Wortbeitrag deutlich gemacht hat, wie sehr es sich lohnt in junge Menschen mit Fluchtgeschichte zu investieren: Drei „seiner“ vier Azubis sind in Ausbildung und der Vierte ist auf einem guten Weg. Allerdings sei es gerade in der IT-Branche schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden, obwohl unsere Projektteilnehmer gute Qualifikationen mitbringen. 

Die Integrationskonferenz macht Hoffnung. Denn die vielen Initiativen, Vereine und Institutionen im Bündnis „Niedersachsen packt an“, zeigen, dass Integration funktioniert und Wirtschaft und Gesellschaft von ihr profitieren – vorausgesetzt, alle am Integrationsprozess Beteiligten ziehen gemeinsam an einem Strang. Trotz des gewachsenen Misstrauens gegenüber Zuwanderung und Integration bei einem Teil der Bevölkerung engagieren sich mehr Menschen für eine offene Gesellschaft und mehr Unternehmen setzen auf Zuwanderung, um qualifizierte Facharbeiter*innen zu gewinnen und auszubilden. Die START-Stipendiatin von 2015, Huda El-Haj-Said, fasst es passend zusammen: Wir sind mehr mehr.